kleine Mitschrift
zur
Tacheles-Runde
am 17.
August 2009 um 20 Uhr
Mit den
Themen war auch das Interesse groß: es kamen 14 Bürger und ein Pressevertreter
der AZ. Zu dessen Bericht geht es hier, sobald er veröffentlicht ist.
Zum
Schwerpunkt-Thema "Leben im Dorf - Leben mittendrin!" zeigte
der Vorsitzende am Beispiel der Verbandsgemeinde Wallmerod auf, wie
Stadtsanierung und wie ein "Neubaugebiet Ortszentrum" aktiver betrieben werden
kann, als dies derzeit in Monzingen geschieht.
Hier eine
Zusammenfassung des Vortrages mit einer Mixtur aus dem, was in Wallmerod geht
und was hier läuft oder laufen könnte:
In der
Verbandsgemeinde Wallmerod kam man aufgrund immer leerer werdender Ortszentren
zu dem Schluss, dass immer mehr Baugebiete auf der grünen Wiese nicht die
Lösung der Zukunft sein können. Damit brechen die sozialen Strukturen in den
Ortskernen weg und die Attraktivität des eigentlichen Dorflebens geht gänzlich
verloren. Weniger grüne Wiese - mehr Leben im Zentrum, sollte das Motto
werden. Man erarbeitet Handlungsschwerpunkte, von denen hier vier genannt
seien:
- für das
Sterben der Dorfzentrums muss bei Mandatsträgern und den Bürgern ein
Problembewusstsein geschaffen werden, was auch in Wallmerod viel Arbeit
kostete.
-
Flächennutzungsplanung sollte künftig nur noch bedarfsorientiert erfolgen und
Bauland nur sehr restriktiv ausgewiesen werden. Leere Baugebiete ins Blaue
hinein auf die grüne Wiese gebaut wie in Sobernheim, Merxheim und Staudernheim
sollten der Vergangenheit angehören.
- Leute, die
sich im Ortszentrum ansiedeln möchten, müssen finanziell gut gefördert werden.
- Es geht nur
mit professionellen Werbe- und Marketingmaßnahmen. Anders geht's nicht.
Die ersten drei
Punkten wurden teilweise auch in Monzingen bereits angegangen. Es gibt seit
2007 sogar eine offizielle
Förderrichtlinie, die auf Anregung der FWG seinerzeit erstellt wurde. Doch
muss hier noch einiges geschehen.
Außenentwicklung
muss indes beerdigt werden und auf die Innenentwicklung konzentriert werden.
Möglichst VG-weit. Wie man derzeit leicht sehen kann, bedarf es hier noch
einiger Überzeugungsarbeit.
Ein richtiges
Leerstandskataster muss erstellt werden. Hier hatte Verbandsgemeinde und Kreis
etwas begonnenen, doch hörte man bis heute nichts von einer Erfassung oder
Befragung. Beinhalten sollte dies nicht nur die leerstehenden Wohnhäuser,
Scheunen, Ställe usw. sondern auch nicht bebaute Grundstücke und Angaben, wer
wo wohnt (Alters- und Bewohnstruktur) und was die Eigentümer in der Zukunft
mit den Gebäuden vor haben.
In Wallmerod
brachte in Ideenwettbewerb unter Architekten sehr interessante und
architektonisch ansprechende bezahlbare Sanierungsvarianten hervor. Damit
konnte gezeigt werden, dass "Omas saniertes Häuschen" günstiger ist, als ein
Neubau auf der grünen Wiese.
Die Monzinger
Förderrichtlinie als gute Basis sollte man mit der Wallmeroder vergleichen und
optimieren. So steht in der Wallmeroder Förderrichtlinie unter anderem:
Förderung von Erwerb und Sanierung von Gebäuden, Förderung beim schließen von
Baulücken, Förderung von Abriss und Neubau an gleiche Stelle, mehr Kinder =
höhere Förderung, Eigenleistung wird bis zu 20 % gefördert.
Für ganz
wichtig erwies sich in Wallmerod die Werbung. Professionelle Werbung für das
Leben im Zentrum. In dem Zusammenhang steht die Kommunikation ebenfalls ganz
oben. Man muss mit dem Menschen reden, die Möglichkeiten aufzeigen, die
schönen Seiten am Leben mittendrin, die Förderung.
Vor allem müssen
junge Familien davon überzeugt werden, dass Leben im Herzen von Monzingen auch
die Herzen der Menschen erwärmt, da sie dort am ehesten Gemeinschaft erfahren.
Eine Gemeinschaft, die nicht schöner und umfassender erlebt werden kann als
mitten im Ort, mitten in Monzingen.
Das kann die
Verwaltung alleine nicht schaffen. Nur eine professionelle Werbung und
professionelles Marketing kann dies bewerkstelligen. Dies kann durch
Sonderprogramme von Banken und Baufinanzierern unterstützt werden und auch
durch Handwerksbetriebe, die die Sanierung als Komplettpaket anbieten und
bewerben können, was dem Bauwilligen große Sicherheit gibt, was die
Kosten betrifft.
Auch bietet man
in Wallmerod eine kostenlose "Dorfbörse" an. Eine Immobilienbörse im Internet,
wo Verkaufswillige Ihre Gebäude im der Ortsmitte kostenfrei anbieten können
und auch Bauwillige entsprechende Immobiliengesuche kostenfrei einstellen
können. Es wurde angeregt, so etwas schon mal als Anfang auf
www.meinMonzingen.de einzurichten.
Seitens der
Gemeinde muss mehr Initiative zur Revitalisierung des Ortszentrums ergriffen
werden und vielleicht auch Wallmeroder Ideen und Maßnahmen übernehmen, um das
"Leben mittendrin" voran zu bringen.
Sehr interessante
Ideen entwickelten sich nach und während des Vortrags. Ideen für das Haus
Hilkene, wie auch andere Richtungen, wie z.B. mit einem Investor für
Eigentumswohnungen, Mehrgenerationenhäuser, Seniorenwohnen, eine zentrale
Anlaufstelle für die nötigen Anträge zur Sanierung (auch bei der
Verwaltung), wie die Erstellung eines genauern Leerstandskatasters umgesetzt
werden könnte, usw. Auch kamen andere Orte zur Sprache, die in der
Stadtsanierung aktivere Wege gehen, als Monzingen dies tut; und dies
erfolgreich tut.
Die weiteren
Themen der Tacheles-Runde waren
Die
Themen Friedhof, Info-Leitsystem und mehr Initiative der Gemeinde bei
richtiger Stadtsanierung und damit zu "Leben im Dorf - Leben mittendrin"
sollen nach der Neuwahl und im neuen Gemeinderat sollten wieder angesprochen
und ggf. diese Themen mit einem jeweiligen Antrag forciert werden.
Die FWG macht
weiter, auch wenn die Gemeinde derzeit wegen des Wahlproblems auch mehr oder
weniger ruht. Denn es muss weiter gehen.